Gewässer im Kreises Steinfurt

11.04.2017

Um der weiteren Gewässerbelastung durch Nitrat entgegen zu wirken, wollten wir von der Landwirtschaftskammer wissen, wie man sich die Entsorgung der Gülle im Münsterland vorstellen muss, haben konkrete Fragen dazu gestellt. Die LWK hat geantwortet, allerdings in der Hauptache mit einem Verweis auf den Nitratbericht aus 2014 und den kommenden Bericht, der im Herbst erscheinen soll.

Antwort LWK S. 1 001

Antwort LWK S. 2 001

Antwort LWK S. 3 001

Wir wissen mehr, als die LWK zu glauben scheint und haben eantwortet:

Antwort BI auf UIG-Antwort der LWK

 

07.12.2016

Weitere Beispiele für Gewässerverschmutzungen, Einleitungen in Gewässer und Nichteinhaltung von Uferrandstreifen:

1-gewaesser-1260

2-gewaesser-12602v10-gewaesser-500012v

 

19.10.2016

Große Mengen an Gülle werden aus den Mastanlagen auf die Felder gebracht. “Wertvoller Wirtschaftsdünger”, wie immer wieder betont wird! Aber es befinden sich auch Medikamenten-Rückstände, Desinfektionsmittel aus der Stallreinigung und Keime in der Gülle. Sie belastet unsere Böden und unsere Gewässer. Der Bayerische Rundfunkt hat das in einem Film zusammengefaßt:

http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/quer/161006-quer-nitrat-100.html

12.10.2016

Der Zustand der Grundgewässer wird schlechter!

An 70 von 112 Messstellen wurden 2015 keine Messungen für Pflanzenschutzmittel-Rückstände durchgeführt, aber an 28 Messstellen fanden sich auch Überschreitungen von Pflanzenschutzmittel-Werten:

Informationen zu den gefundenen Wirkstoffen:

wirkstoffe-aus-den-psm-in-den-gewaessern-des-k-st

Laut Aussage aus einem Protokoll zu einer Veranstaltung der Wasserversorger hat Deutschland nach Malta das Kontrollnetz mit der geringsten Anzahl an Messstellen. Umso erschreckender ist der Umgang vom Land NRW mit diesen Messstellen im Kreis Steinfurt. In Relation zur Fläche der Kommunen des Kreises und zur Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe (die oft die Verursacher der Belastungen in den Gewässer sind), ist die Anzahl der Messstellen sehr gering. Und von diesen wenigen Messstellen (112) zeigen auch noch 41 nur veraltete Werte.

aussagen-zu-messstellen-15-10-2016

Bei den 2015 durchgeführten Messungen im Grundwasser fanden sich gravierende Überschreitung der Trinkwassergrenzwerte bei Kalium, Mangan, Aluminium, Eisen, Ammonium, Cobalt und Nickel. An 15 Messstellen wurden die Trinkwassergrenzwerte für Nitrat z.T. bis zum 4fachen überschritten:

Alle Überschreitung unter:

auswertung-wasserwerte-2015

messwerte-psm-rueckstaende

Alle Messwerte des Kreises Steinfurt:

messergebnisse-grundwasser-2015-neu

 08.06.2016

Die Gewässer im gesamten Münsterland sind durch die Einträge aus der Landwirtschaft bedroht. Jetzt ist wieder eine der Hochzeiten für Düngung und des Einsatzes von s.g. Pflanzenschutzmitteln. Eigentlich sind sowohl bei der Düngung als auch beim Pflanzenschutz konkrete Vorgaben zum Gewässerschutz einzuhalten, doch leider ist sehr häufig zu beobachten, dass das nicht geschieht. Die Uferrandstreifen sind eigentlich gesetzlich geschützt: siehe Informationen der Landwirtschaftskammer:

Kurzinfo:

Informationen zum Gewässerschutz der Landwirtschaftskammer

oder auch die Langversion:

6_Dunajtschik_Uferrandstreifen_Landwirtschaft

uferstreifen

Es wird wieder einmal deutlich, dass bestehende Gesetz eigentlich einen gewissen Schutz gewährleisten, aber diese Gesetze werden nicht eingehalten und die Verstöße nicht ausreichend kontrolliert.

Aussagen zum Pfanzenschutzrecht

Auszüge aus dem Bodenschutzrecht

Von Seiten der Politik wird immer davon ausgegangen, dass die “gute fachliche Praxis” dazu führt, dass in umweltschonender Weise mit Pflanzenschutzmitteln und Dünger umgegangen wird. Und eigentlich besteht auch die Möglichkeit, dass bei Verstößen gegen diese Praxis eine Kürzung der EU-Förderung vorgenommen wird.

Doch wir fragen uns, wer soll diese Verstöße feststellen, wenn die Kontrollen immer mehr eingeschränkt werden?

Eigentlich geben die Grundsätze zur Durchführung der guten fachlichen Praxis klare Vorgaben, die ökologischen Belange werden gleichgesetzt mit wirtschaftlichen und sozialen Belangen, setzten den integrierten Pflanzenschutz voraus. Die Agenda 21 der UNO-Konferenz hat ein klares Leitbild für diesen Pflanzenschutz vorgegeben:

Ein integrierter Pflanzenschutz, der die biologische Bekämpfung, Wirtschaftsresistenz und angepaßte Anbaupraktiken mit einander verknüpft und die Anwendung von PSM auf ein Minimum reduziert, ist eine optimale Lösung für die Zukunft, da er die Kosten senkt, die Erträge sichert, umweltverträglich ist und zur Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft beiträgt“.

Gute fachliche Praxis

Auch für den Gewässerschutz gibt es klare gesetzliche Vorgaben. Das WHG und das LWG machen sehr deutlich, dass der Uferrandbereich von Gewässern vor den Spritzmitteln zu schützen ist. Wie die Umsetzung in der Realität aber ist, zeigen die Bilder aus dem Münsterland mehr als deutlich. Gespritzt wird bis an die Gewässer und damit die Belastung der Gewässer ständig erhöht:

Graben-Nordwalde v

8

14

Erwähnt werden muss hier deutlich, dass aus  einer Broschüre der Landwirtschaftskammer die Definition für schützenswerte Gewässer hervorgeht: alle Gewässer die ständig oder periodisch Wasser führen! Die Breite der geschützten Uferrandstreifen wird mit 3-5 m angegeben. Allerdings wird der Gewässerschutz in NRW nicht ernst genug genommen, hier gilt nur ein Schutzstreifen von 1 m. Aber nicht einmal der wird in vielen Fällen von den Landwirten eingehalten. Die 3 eingefügten Bilder sind nur als Beispiele für viele Verstöße im Münsterland zu sehen.

 

 

 

 

Grundgewässer und Nitratbelastung 2008 (2)Grundgewässer und Pflanzenschutzmittelbelastung 2008 (3)

Die Bilder oben zeigen den Zustand der Grundgewässer im Jahr 2008. Bei der neuen Bestandsaufnahme des Landesamtes für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz im Jahr 2014 hat sich im ganzen Münsterland gezeigt, dass sich der Zustand der Grundgewässer weiter verschlechtert hat.

Die aktuell gemessenen Nitratwerte in den Oberflächen- und Grundgewässern finden Sie unter den folgenden Links:

03.05.2016

Ein Bericht aus der neuen Osnabrücker Zeitung, der durchaus auch die Situation im Kreis Steinfurt beschreibt:

NOZ Nitrat

Die höchsten Nitratwerte in FG im Kreis Steinfurt

Neue Nitratwerte in Fließgewässern

Die höchsten Nitratwerte im GW im Kreis Steinfurt

Neue Nitratwerte im Grundwasser

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