Offener Brief an Johanniter

By | 27/11/2013

Liebe “Mitmenschen”,

mit großem Entsetzen habe ich den Beitrag in der Lüneburger Zeitung über eine Rede von Herrn Bartmer anläßlich Ihres Neujahrsempfangs gelesen. Ich kann nicht glauben, dass ein Orden, der sich der christlichen Tradition verpflichtet fühlt und der auf seiner Homepage den Satz “Du sollst Gott lieben von ganzem Herzen und Du sollst Deinen Nächsten Lieben wie Dich selbst” stehen hat, eine derart dumme, ignorante und zynische Rede zuläßt und wahrscheinlich auch noch mit Aplaus bedenkt. Sie beschreiben sich selbst als Ritterorden und sind da wohl eher  der Tradition der Raubritter vrerbunden, denn wie soll ich es sonst verstehen, dass Sie eine Landwirtschaft befürworten, die den Menschen die Lebensgrundlagen raubt! Den Menschen hier in Deutschland, durch den verstärkten Einsatz von Spritzmitteln und das Aufbringen von riesigen Mengen Gülle, die unsere Trinkwasservorräte dauerhaft zerstören werden. Durch multiresistente Keime, die aus diesen “Fabrikanlagen zur Fleischerzeugung” dringen, und die durch den gleichzeitigen Einsatz von immer mehr Antibiotika (in 2012 1700 t in der Landwirtschaft) dazu führen werden, dass entzündliche Erkrankungen beim Menschen nicht mehr behandelbar sein werden! Durch die Entstehung von Maismonokulturen, die zu einem Artensterben ungeahnten Ausmasses führen!

Sie lassen es gleichzeitig zu, dass Herr Bartmer ernsthaft von der Lösung des Hungerproblems durch tierquälerische Fabriken in Deutschland spricht! Haben sie schon mal den Agrarbericht der Vereinten Nationen gelesen? Ich denke Nein, sonst wäre Ihnen bekannt, dass wir durch die Billigexporte die landwirtschaftlichen Strukturen in den Ländern der. s.g. 3. Welt zerstören. Das wir den Kleinbauern dort durch den Anbau von Futter für diese Fleischfabriken längst jegliche Lebensgrundlage genommen haben.

Ich kann Ihnen nur sagen “christliche Tradition” geht anders! Christlich bedeutet für mich, den Menschen und vorallem auch kommende Generationen im Blick zu haben und auch unsere Mitgeschöpfe die Tiere! Voraus leiten Sie das Recht ab, Tiere nur noch als Ware zu sehen? Woher nehmen Sie die Arroganz zu glauben, dass wir die Menschheit mit dem Fleisch aus diesen Fabriken “beglücken” müssen? Fleisch, dass durch Medikamentenrückstände und Straphylokokken belastet ist!

Ich werde jetzt auf jeden Fall dafür sorgen, dass meine Mutter ihre langjährige Mitgliedschaft bei den Johannitern sofort kündigt und hoffe sehr, dass viele, viele ihrem Beispiel folgen werden. Sie werden erleben, dass Sie mit diesem Redner das Klientel der konventionellen Landwirte bedient haben, aber tausende von Menschen vor den Kopf gestoßen haben!

Mit unfreundlichen Grüßen

Brigitte Meibeck

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