Industrielle Sauenanlage im Landschaftsschutzgebiet “Haddorfer Seen”

By | 27/11/2013

 

Exkursion Borghorster Venn

Exkursion Borghorster Venn

Am Sonntag trafen sich mehr als  30 Menschen in Wettringen-Haddorf um gegen die geplante Sauenanlage im dortigen Landschafts- und Wasserschutzgebiet zu demonstrieren. Wir haben diese Entwicklung im Münsterland satt, war die einhellige Meinung der Teilnehmer. “Weite Teile der ehemaligen Münsterländer Parklandschaft sind schon jetzt nicht mehr wieder zu erkennen. Überall wachsen industrielle Mastanlagen und riesige Agrargasanlagen wie die Pilze aus dem Boden, vermaist die Landschaft immer mehr” merkt Maria Büning, Biobäuerin aus Laer, an. Doch die Planungen in Haddorf gehen noch weiter, mitten in einem Landschafts- und Wasserschutzgebiet soll eine Sauenanlage für 822 Sauen und 3.500 Ferkel entstehen. Mitten in einem Gebiet, dass zur Naherholung genutzt wird und in dem zahlreiche junge Familien mit kleinen Kindern wohnen. Rücksichtlos soll als Anbindung ein nicht einmal drei Meter breiter Wirtschaftsweg in Zukunft für Tier-, Gülle und Futtertransporte genutzt werden. Das es sich hier um einen besonders sensiblen Bereich handelt haben sowohl der Antragsteller als auch die Kommune Wettringen, die schon mal ihr Einvernehmen mit der Planung erklärt hat, wohl völlig außer Betracht gelassen! So liegt die überplante Fläche im Münsterländer Kiessandzug, der der Wassergewinnung dient und in unmittelbarer Nachbarschaft liegen geschützte Biotope. Die Landschaft ist geprägt durch seltene Pflanzen- und Tierarten, von denen viele vom Aussterben bedroht sind. “Schon jetzt haben wir im Münsterland einen Artensterben  ungeahnten Ausmasses, wenn wir so weiter machen, müssen wir bald in einer völlig ausgeräumten Landschaft leben”, so der Vorsitzende des NABUim Kreis Steinfurt Edmund Bischoff. “Gerade diese Art der industriellen Tiermast und -zucht, wollen wir eindämmen und zukünftig verhindern”so der landwirtschaftspolitische Sprecher der Grünen Landtagsfraktion NRW Norwich Rüsse. “Auf Initiative der Grünen Umweltminister wurde das Baurecht geändert und für gewerbliche Anlagen verschärft! Nur so können wir bäuerliche Betriebe schützen und ein weitergehendes Höfesterben, eine Vernichtung von bäuerlichen Existenzen verhindern!”

“Es geht aber nicht nur um die Landwirte und deren Schutz, es geht auch um die Tiere! Um den Tierschutz, um die Einhaltung von Tierschutzgesetzen, die in solchen Anlagen meist nicht gegeben ist” so Brigitte Meibeck, eine der Sprecherinnen der Bürgerinitiative “Für Mensch und Vieh im Kreis Steinfurt. “Und es geht auch um die Menschen im Münsterland! Die ständige Gabe von Antibiotika und Hormonen, der Einsatz von Spritzmitteln und ständig steigende Güllemengen bedrohen letztlich die Lebensgrundlagen der Münsterländer” so Martin Büning.

Alle waren sich einig: “Wir haben es satt, wir werden weiter Widerstand gegen diese Entwicklung leisten. Wir werden auch an anderen geplanten Mastanlagen mit unseren “rosa X’en ein Zeichen setzen “für Mensch und Vieh”!

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