Eine andere Landwirtschaft

17.08.2017

Das “Höfesterben” in Deutschland nimmt kein Ende. Von ehemals über 600.000 landwirtschaftlichen Betrieben existieren heute nicht einmal mehr 300.000. Wie in dem Gutachten des Sachverständigenrates der Bundesregierung zu lesen ist, handelt es sich bei der “Neuausrichtung” der Landwirtschaft um einen gewollten Strukturwandel! Wir fragen uns, wann werden die Landwirte endlich wach und stemmen sich gegen diese Politik? Die weitgehende Spezialisierung der konventionellen Betriebe hat zu verschiedenen Abhängigkeiten geführt: von den Weltmarktpreisen, von der Spekulation an den Börsen, von politischen Entscheidungen. Durch den Druck der Industrie, der Politik und der landwirtschaftlichen Verbände, hat sich eine Produktionsweise etabliert, die den Böden schadet, der Gesundheit, der Natur und letztlich der Existenz der Bauern.

Aber es gibt auch andere Wege: die soziale Landwirtschaft. Vielleicht nicht für jeden Landwirt der richtige Weg, aber für einige kann es ein Weg der Existenzsicherung sein, den Hof für kommende Generationen zu erhalten.

Es gibt zwei unterschiedliche Bereiche in der sozialen Landwirtschaft

 

  1. Sind landwirtschaftliche Betriebe ähnlich einer Genossenschaft organisiert. Sie erzeugen die Lebensmittel für einen bestimmten Personenkreis und erwirtschaften so ein auskömmliches Familieneinkommen
  2. Landwirtschaftliche Betriebe erweitern ihre Arbeit durch soziale und Bildungsprojekte unterschiedlichster Art und erhöhen so auf sozial- und umweltverträgliche Art ihr Familieneinkommen

Seit 2014 begleitet die EU diese Entwicklung in ganz Europa mit Forschungs- und Monitoringprojekten und ist bemüht eine wirksame Definition für den Begriff soziale Landwirtschaft zu installieren, verbunden mit zu erfüllenden Kriterien. Ein weiteres Ziel der EU ist, diesen Betrieben die Möglichkeiten der Strukturfondförderung zu erleichtern, um hier eine breite Entwicklung für die Landwirtschaft zu eröffnen.

Es wird in den Veröffentlichung der EU stets hervorgehoben, dass „Soziale Landwirtschaft“   sehr innovativ  zwei Konzepte verknüpft: eine multifunktionale Landwirtschaft mit Sozial- und Gesundheitsleistungen auf lokaler Ebene. Sie schafft nicht nur eine Diversifizierung des Einkommens für die Landwirte, sondern führt zu einer Imageverbesserung  und trägt zur Versorgung der ländlichen Bevölkerung bei.

Mehr Informationen zu beiden Formen der sozialen Landwirtschaft finden Sie unter den folgenden Links:

http://www.soziale-landwirtschaft.de/index.php/dasol

https://makecsa.org/wie_funktioniert_CSA

Stellungnahme der EWSA

RUNDBRIEF_DASoL29r-1

FlyerDASoL_web

 

Es geht auch anders! Bürger und Betriebe gestalten gemeinsam eine andere Landwirtschaft, schaffen gemeinsam andere Handelsstrukturen und neue Biobetriebe, zum Nutzen der Verbraucher, aber auch zum Nutzen der Landwirte!

http://www.regionalwert-ag.de/

http://www.agronauten.net/veroeffentlichungen/texte/buch-regionalwert-ag-mit-buergeraktien-regionale-oekonomie-staerken/

25.01.2017

Mutige Landräte und BürgermeisterInnen braucht das Münsterland! Mutige Menschen, die ausgetretene Pfade verlassen und sich der Verantwortung kommenden Generationen gegenüber stellen und neue Wege gehen! Die endlich erkennen, dass die Natur nicht nur schmückendes Beiwerk für die Menschen ist, sondern die Grundlage für Gesundheit und Klimaschutz und die Lebensgrundlage künftiger Generationen!

Bürgermeister aus der Gemeinde Schwebheim in Bayern machen es vor:

Schwebheim übernahm bayernweit, was die ökologische Landschaftsgestaltung betrifft, eine Vorreiterrolle! Mit dem Flurbereinigungsprojekt „Schwebheim 3“ wurde 1988 eine Pilotmaßnahme begonnen, die – mit den Erkenntnissen aus diesem Vorhaben – heute in viele Flurbereinigungsverfahren hineinwirkt. Mit dem Bayer. Heimatpreis 1993 und dem Bayer. Staatspreis 1998 wurde die Arbeit für unsere Heimat und für unsere Umwelt ausgezeichnet. Bereits Bürgermeister Fritz Roßteuscher und Hans Fischer gaben, von Visionen geleitet und intensiven Beobachtungen geprägt, die Initialzündung, die heute von der Mehrheit der Bevölkerung und praktizierenden Landwirten mitgetragen wird. Eine ökologische Gesamtaufnahme – von Sebastian Fuchsberger – bildete die Basis für die weitere Arbeit. Es gibt keine fertige Planung, sondern gewonnene Erkenntnisse fließen immer wieder in den nächsten Planungsschritt ein, so dass ein dynamischer Prozess entstand, der den Arten- und Naturschutz mit der Landschaft und der Naherholung optimal verbindet. Die Visionen waren: – Die vorhandenen Arten sollen erhalten und bedrohte Arten stabilisiert werden. – Neben den Landwirtschaftsflächen braucht die Natur ihren Platz, um sich, vernetzt über die ganze Flur, entwickeln zu können und somit auch den integrierten Landbau richtig zu ermöglichen. – Eine ästhetisch gestaltete Landschaft soll sich positiv auf das Empfinden ihrer Besucher auswirken und die Naherholung zu einem wahren „Erlebnis“ machen!
Die Artenvielfalt, die wir heute in unserer Flur haben zeigt, dass wenn viele den gleichen Traum träumen, dieser Wirklichkeit werden kann! Naturschutz in Schwebheim findet in der ganzen Gemarkung
statt und wird gekrönt von unserer Perle, dem Naturschutzgebiet „Riedholz und
Grettstädter Wiesen“. Wir haben heute sicher die interessanteste Flur für Botaniker und Faunisten in ganz Bayern, und wir sind stolz darauf!

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=59232

http://www.duh.de/fileadmin/_migrated/content_uploads/Kurzportraet_Schwebheim.pdf

https://www.schwebheim.de/wp-content/uploads/2016/01/Ortsbroschuere-2015.pdf

 

Der Weg zu einer anderen, umweltgerechten und zukunftsfähigen Landwirtschaft wid von der derzeitigen Bundesregierung verhindert. Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) hat der Bundesregierung ein schlechtes Zeugnis für die Agrarpolitik ausgestellt. Nach Meinung der Wissenschaftler verhindert die große Koalition auch die ökologischen Bestrebunen in der EU und ist damit nicht nur in Deutschland für eine schlechte Umweltbilanz verantwortlich. Es fehlt in dieser Regierung an einem Gesamtkonsenz für eine zukünftsfähige Landwirtschaft – ein vernichtendes Urteil!

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/regierungsberater-ruegen-deutsche-agrarpolitik-a-1091532.html

 http://www.topagrar.com/news/Home-top-News-SRU-Gutachten-Note-Mangelhaft-fuer-deutsche-Agrarpolitik-3302048.html

In der konventionellen Milchkuhhaltung werden die Kälber ihren Müttern sofort oder spätestens innerhalb von 24 Stunden weggenommen und dann mit Industriefutter gefüttert.

Doch es geht auch anders, mit der müttergebundenen Kälberaufzucht:

Informationen zur mutterbezogenen Kälberaufzucht

http://hof-gasswies.de/oekolandbau/muttergebundene-kaelberaufzucht/

Es geht auch anders!!!

Eine vorbildhafte Initiative für eine Verfassungsänderung in der Schweiz:

Die Bundesverfassung der Schweiz soll  wie folgt geändert werden:

Der Staat fördert mit wirtschaftlich lohnenden Anreizen Produktionsformen, die besonders naturnah, umwelt- und tierfreundlich sind; dabei sorgt er insbesondere dafür, dass Halterinnen und Halter von Kühen, Zuchtstieren, Ziegen und Zuchtziegenböcken finanziell unterstützt werden, solange die ausgewachsenen Tiere Hörner tragen.

ttps://www.schweizerbauer.ch/politik—wirtschaft/agrarpolitik/hornkuh-initiative-noch-1‘800-unterschriften-fehlen-27521.html

 

Blühende Wildpflanzen an Feldrändern oder auf ehemaligen Ackerflächen steigern die Biodiversität – deshalb säen Landwirte in der Schweiz, ebenso wie in Deutschland, einheimische Wildpflanzen ein. Davon profitieren die benachbarten Kulturen und somit auch die Landwirte. Das zeigt eine aktuelle Studie, welche Matthias Tschumi vom Schweizer Kompetenzzentrum für landwirtschaftliche Forschung Agroscope in Zusammenarbeit mit der Universität Koblenz-Landau durchgeführt hat.

http://gfoe.org/sites/default/files/pressematerial/15-08-28_pm-gfoetagung-wildpflanzen.pdf

http://www.proplanta.de/Agrar-Nachrichten/Wissenschaft/Wildpflanzen-erhoehen-Ertrag-in-benachbartem-Acker_article1441266300.html

https://www.schweizerbauer.ch/tiere/uebrige-tiere/wildtiere-foerdern-agrarproduktion-24424.html

http://lebensraum-brache.de/wildpflanzen-erhoehen-ertrag-im-benachbartem-acker/

http://globalmagazin.com/themen/natur/wildblumen-am-feldrand-erhoehen-weizenernte-auf-aeckern/

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