Artenschutz in der Landwirtschaft

!!!Schon 2014 forderte sogar das landwirtschaftliche Wochenblatt die Landwirte zum Kiebitzschutz auf, natürlich mit dem Hinweis, dass diese Schutzmaßnahmen gefördert werden!!!

Kiebitzbrut im Mais schützen

25.04.2014 . Aufgrund eines überregionalen starken Bestandesrückgangs und der besonderen Witterungsumstände in diesem Jahr befindet sich der Kiebitz in NRW nach Angaben des NRW-Landwirtschaftsministeriums (MKULNV) in einer besonderen Gefährdungslage.

Neben den bisherigen Möglichkeiten des Kiebitzschutzes im Rahmen des fünfjährigen Vertragsnaturschutzes gibt es daher in diesem Jahr auch ein kurzfristiges einjähriges Angebot. Nach einem Erlass des MKULNV vom 11. April wird ein Ausgleichsbetrag von 276 €/ha gezahlt, wenn in diesem Jahr auf noch nicht eingesäten Mais-Anbauflächen auf jegliche Bodenbearbeitung bis zum 5. Mai verzichtet wird.

Dies gilt jedoch zunächst einmalig für 2014 und ist auf die folgenden Kreise beschränkt: Borken, Coesfeld, Euskirchen, Gütersloh, Heinsberg, Kleve, Lippe, Minden-Lübbecke, Paderborn, Recklinghausen, Soest, Steinfurt, Unna, Warendorf, Wesel, Viersen, Rhein-Erft-Kreis, Rhein-Kreis Neuss, Rhein-Sieg-Kreis sowie in den Städten Bielefeld, Duisburg, Hagen, Hamm, Krefeld, Mönchengladbach und  Münster.

Voraussetzungen sollten aktuelle Brutvorkommen oder Beobachtungen balzender Kiebitze sein. Weitere Informationen erhalten Sie bei der Unteren Landschaftsbehörde der Kreise/kreisfreien Städte.

 

Ökologische Vorrangflächen, unverzichtbar für die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft

KLU_Oekologische_Vorrangflaechen_Januar_2014

Was die Landwirtschaftskammer zum Artenschutzrecht sagt:

 

Auszüge aus der Veröffentlichung „Das neue Artenschutzrecht – Die Verwaltungsvorschrift zur Artenschutzprüfung“ (September 2010)

 

  • nach § 44 Abs. 1 BNatSchG – Zugriffsverbot ist es für die europäisch geschützte FFH-Anhang-IV-Arten und die europäischen Vogelarten verboten:- wild lebende Tiere zu fangen, zu verletzten oder zu töten oder ihre Entwicklungsformenaus der Natur zu nehmen, zu beschädigen oder zu zerstören

    - wild lebende Tiere während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-,Mauser,- Überwinterungs und

    Wanderzeiten so erheblich zu stören, dass sich der Erhaltungszustand der Population

    verschlechtert

    - Fortpflanzungs oder Ruhestätten wild lebender Tiere aus der Natur zu entnehmen, zu

    beschädigen oder zu zerstören

    - wild lebende Pflanzen oder ihre Entwicklungsformen aus der Natur zu entnehmen, sie oder

    ihre Standorte zu beschädigen oder zu zerstören

  • Der im BNatSchG benannte „Jedermann“-Vollzug bedeutet, dass jeder die Vorschriften des „Zugriffsverbotes“ einhalten muss! D.h. Jeder hat in seinem Handeln die aufgeführten Verbotstatbestände zu berücksichtigen!
  • Grundsätzlich verstößt die land- und forstwirtschaftliche Nutzung nicht gegen das BNatSchG, doch nur solange, wie sich der Erhaltungszustand der lokalen Populationen der europäisch geschützten FFH-Anhang-IV-Arten und der europäischen Vorgelarten durch diese Nutzung nicht verschlechtert.
  • Artenrückgang bis 2005:Arten der Wälder – 9%Alle häufigen Arten – 10%

    Arten der Agrarlandschaften – 48%

  • Bei wissentlichem Zugriff eines Landwirtes auf eine seltene oder vom Aussterben bedrohte Tier- oder Pflanzenart liegt ein Straftatbestand vor!
  • Bei Bauplanungen (Bauen im Außenbereich nach §35) ist eine Artenschutzprüfung zu den sogenannten planungsrelevanten Arten durchzuführen!
  • Grundsätzlich kann ein Bauvorhaben nur dann zugelassen werden, wenn die Artenschutzprüfung zu dem Ergebnis kommt, dass keine Verbotstatbestände nach §44Abs. 1 BNatSchG ausgelöst werden!
  • Folgende Fragen sind in einer Artenschutzprüfung zu klären:Inwiefern sind die europäisch geschützten Arten betroffen?Wie, wo und wann lassen sich die Beeinträchtigungen vermeiden?

    Ist ein Risikomanagement erforderlich?

  • Eine Ausnahme zur Durchführung einer Artenschutzprüfung ist nur unter bestimmten Gründen zulässig:- es müssen zwingende Gründe des öffentlichen Interesses vorliegen- es besteht keine zumutbare Alternative (was eine Alternativprüfung voraussetzt)

    - der Erhaltungszustand der biografischen und lokalen Populationen darf sich bei

    europäischen Vogelarten nicht verschlechtern und FFH-Anhang-IV-Arten muss günstig

    sein

  • Grundsätzlich sind die gesetzlichen Vorgaben auf EU- und nationaler Ebene streng einzuhalten

 

Informationen zum Thema Artenschutz allgemein s.a. „Artenschutz“!

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