Agrargasanlagen

30.08.2017

Agrargasanlagen eigentlich Biogasanlagen genannt, wir finden diesen Namen irreführend, da diese Anlagen zwar erneuerbare Energien erzeugen aber auch große Umweltprobleme nach sich ziehen.

In den viehdichten Regionen Deutschlands gibt es auch viele Agrargasanlagen, sollten sie doch ursprünglich für die Entsorgung der Gülle herangezogen werden. Leider hat sich herausgestellt, dass durch den “Hunger” dieser Anlagen auch der Anbau von Mais, mit all seinen Folgen stark zugenommen hat. Was wir heute in den viehdichten Regionen beobachten ist eine Verarmung der Landschaft durch Vermaisung. Die Folgen dieses Maisanbaus sind sehr vielfältig, hoher Einsatz von Dünger und Pestiziden, hoher Verlust von artenreichem Grünland, Gefahr der Bodenerosion und der Abschwemmung von Pflanzenschutzmitteln in die Gewässer, starker Rückgang der Biodiversität, Zunahme der Wildschwein- und Rabenvögelpopulationen wegen des großen Nahrungsangebotes, eine starke Zunahme der landwirtschaftlichen Verkehre, mit immer größer werdenden Maschinen, die nicht nur  Wirtschaftswege und die zugehörigenBrücken beschädigen sondern auch große Mengen an Feinstaub produzieren und eine entsprechend hohe Abgasbelastung für die ländliche Bevölkerung.

Möglich war diese Entwicklung auch durch hohe Subventionszahlungen an die Landwirtschaft und durch die Förderungen durch das EEG. Da wird gerade der Mais doppelt oder dreifach subventioniert. Erst einmal über die EU-Förderung für die Anbaufläche in Form von Direktzahlungen, dann über Sonderförderung für den Anbau nachwachsender Rohstoffe und über die EEG-Einspeisevergütung und und und.

Die Belastungen die von dieser Energie im Gegensatz zur Solar- und Windenergie ausgehen, hat man wohl nicht bedacht.

Pressemitteilung eines Wasserversorgers aus Niedersachsen zur Nährstoffbelastung durch die Gärresteaufbringung aus Agrargasanlagen:

Viel zu hohe Nitratwerte

Eine gesundheitlich besonders bedenkliche Belastung durch diese Anlagen ist das Formaldehyd in den Abgasen.

Formaldehyd ist erstaunlicherweise sogar vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) als krebserregend eingestuft worden.

 

Um die Gefahr durch Formaldehyd zu untermauern, hier einige Informationen…

Formaldehyd

 

Vielleicht auch aufgrund dieser Tatsache wurde eine neue Fassung der TA Luft (technische Anleitung zur Luftreinhaltung) erarbeitet, die u.a. auch niedrigere Grenzwerte für Formaldehyd enthielt. Der Entwurf ging ab September 2016 durch die Gremien des Bundestages und noch im Frühjahr 2017 konnte man lesen, dass mit dem Beschluss bis Juli 2017 zu rechnen sei.

Wenn da nicht Lobbyisten wie BDI (Bundesverband der Deutschen Industrie) und DBV (Deutscher Bauernverband) wären! Es ist zumindest zu vermuten, dass durch deren Einfluss von einem baldigen Beschluss der neuen TA Luft nicht mehr die Rede ist!

BDI: Änderungen der TA Luft belasten Unternehmen:

https://bdi.eu/artikel/news/aenderungen-durch-ta-luft-novelle-belasten-unternehmen

DBV: TA Luft darf Tierhaltung nicht lahmlegen                          

http://www.bauernverband.de/ta-luft-darf-tierhaltung-nicht-lahmlegen

 

Wir finden das ist ein Skandal:

Beide Verbände nehmen also die gesundheitliche Gefährdung der Bevölkerung für die wirtschaftlichen Interessen ihrer Mitglieder billigend in Kauf.

 

Schon 2009 hat das Land Sachsen eine Studie zu den Formaldehydemissionen bei Agrargasanlagen in Auftrag gegeben:

2008.12.16_Studie-Formaldehyd-BHKW

Eine Aussage: An vielen Standort waren die Grenzwerte von HCHO (Formaldehyd) stark überschritten

(Abb. S. 37, exemplarisch einige Beispiele: an 5 Standort über 60 mg/m³, an 2 Standort  über 100 mg/m³, an 10 Standorte mit 125 mg/m³, an 7 Standorten über 175 mg/m³, an 1 Standort mit 229,3 mg/m³)

Eine Zusammenfassung der Aussagen aus dieser Studie finden Sie hier…

Land Sachsen

 

und 2008 hat das Büro für Umweltanalytik RUK GmbH Informationen zu dem Thema zusammengefaßt:

Formaldehyd_Gasmotoren_HCOH_Fol_WSVDI2008

Eine Aussage: die Überschreitungshäufigkeit des Grenzwertes für Formaldehyd liegt bei Agrargasanlagen mit Gasmotor bei 60-70%

Eine Zusammenfassung der Aussagen finden Sie hier…

Umweltanalytik RUK GmbH

 

 

 

 

 

 

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